Viele Bausparer haben in den 80er, 90er oder frühen 2000er Bausparverträge abgeschlossen, diese jedoch aus verschiedenen Gründen nie abgerufen. Da diese Verträge in der Regel eine attraktive Verzinsung bieten, die jedoch für die Bausparkassen teuer ist, sind diese dazu übergegangen, Altverträge zu kündigen.

In einem aktuellen Urteil hat ein Gericht dieses Vorgehen für zulässig erachtet. So hat das OLG Stuttgart eine Kündigung zumindest in dem Fall erlaubt, wenn das Bausparguthaben die Bausparsumme übersteigt (Beschluss v. 14.10.2015, Az. 9 U 151/11).

Bewertung

Das Urteil ist folgerichtig, denn sobald das Bausparguthaben die Bausparsumme erreicht oder übersteigt, ist es nicht mehr möglich, das Bauspardarlehen abzurufen. Zu beachten ist jedoch, das dies nicht für die Fälle gilt, in denen die Bausparsumme noch nicht erreicht ist. Betroffene, die trotzdem eine Kündigung ihrer Bausparkasse erhalten, sollten daher überprüfen lassen, ob diese zulässig ist und dieser gegebenenfalls widersprechen